Aktuelles zum Corona-Virus „COVID19“
Stand vom 07.06.2021

Liebe Patienten und Patientinnen,

verständlicherweise wenden sich viele PatientInnen mit Fragen zum Coronavirus an uns. Neben den Stellungnahmen unserer Fachgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRH / DGRh zum Coronavirus) finden Sie hier Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen.


Stellungnahme der DGRH:

Was Rheuma-Patienten wissen sollten und Handlungsempfehlungen

06.04.2021: Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff bei rheumatischen Erkrankungen

06.04.2021: Impfungen gegen CovSars2 bei rheumatischen Erkrankungen


Häufig gestellte Fragen

Besuch unserer Praxis? (03.05.2021)

Wir empfehlen auch in der aktuellen Situation die Kontrolltermine bei Ihrem Rheumatologen oder Ihrer Rheumatologin sowie die notwendigen Laborkontrollen
bei uns wahrzunehmen. Insbesondere bei aktiven Rheumaerkrankungen oder Nebenwirkungen der Therapie sollte ein persönlicher Arztbesuch stattfinden. Rezepte können aktuell, wenn sie im letzten Quartal als Patientin oder Patient bei uns waren, in Ausnahmefällen ohne persönlichen Kontakt nach telefonischer Rücksprache versandt werden. Wir sind insgesamt bemüht, die Kontaktzeit zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie zu Ihrem Termin pünktlich und vorbereitet erscheinen.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie bitte die Praxis NICHT ohne vorherige telefonische Rücksprache betreten:

  • Hatten Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einem sicher am Coronavirus-Erkrankten?
  • Besteht bei Ihnen aktuell eine CoV-SARS-2-Infektion oder war bei Ihnen ein Abstrich positiv für das Coronavirus?
  • Leiden Sie an akuten Atemwegsbeschwerden (Luftnot, Husten…) oder haben Sie weitere Zeichen einer Infektion (Fieber, Gliederschmerzen…)?

Im Falle der oben genannten Symptome empfehlen wir die 116117 anzurufen.
Bei Luftnot rufen Sie bitte die 112 (Rettungsdienst) an.

Welche Schutzmaßnahmen werden in der Praxis getroffen, um eine Infektion zu verhindern?

Seit dem 02.11.2020 gilt in Hamburg im Rahmen der Eindämmungsverordnung § 10C die Maskenpflicht bei Gesundheitsbehandlungen. Alle Patientinnen und Patienten sind daher zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Praxis verpflichtet. Auch unser Personal trägt ständig einen Mundschutz und der persönliche Kontakt zu unserem Personal wird so kurz wie möglich gestaltet. Um das Übertragungsrisiko weiter zu reduzieren, werden Sicherheitsabstände so gut es geht eingehalten und unsere Praxisräume auch bei kalten Temperaturen regelmäßig gelüftet. Begleitpersonen sollen bitte nur die Praxisräume betreten, wenn dies aus medizinischen oder sprachlichen Gründen notwendig ist. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir Ihre Angehörigen in anderen Fällen bitten, außerhalb der Praxisräume zu warten. Dies geschieht auch zu Ihrem Schutz.

Soll ich meine Rheuma-Therapie aufgrund der Infektionsgefahr unterbrechen?

Aktuell gibt es keine Empfehlung, eine solche Therapie vorsorglich zu pausieren. Ein eventuell auftretender „Schub“ der rheumatischen Erkrankung und/oder eine damit verbundene Kortisontherapie stellen nach den aktuellen Einschätzungen ein höheres Risiko für rheumatologische Patienten als eine Fortsetzung der medikamentösen Therapie dar. Beim Auftreten von Zeichen einer Infektionserkrankung sollten die Therapien jedoch wie üblich vorsorglich pausiert werden. Dies entspricht den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die regelmäßig angepasst werden (Empfehlungen DGRh 15.05.20, Empfehlungen DGRh 07.05.20, Empfehlungen DGRh 27.04.20)

Gibt es spezielle gesicherte Empfehlungen für rheumatologische Patienten?

Zusätzlich zu den oben aufgeführten Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) finden Sie unter DGRh COVID-19 weitere Stellungnahmen und Empfehlungen u. a. zum Thema Impfungen (s. u.), die regelmäßig aktualisiert werden. Natürlich gelten auch für PatientInnen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI COVID-19) sowie des Bundesgesundheitsministeriums (Gesundheitsministerium Coronavirus).

Kann ich eine prophylaktische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten?

Eine solche Option besteht NICHT. Falls möglich, sollten Sie jedoch mit Ihrem Arbeitgeber sprechen, um z. B. die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass der Kontakt zu anderen Menschen auf ein Minimum reduziert wird.

Welche Impfstoffe gibt es?

Zum jetzigen Zeitpunkt (07.06.21) sind in Deutschland durch die EMA vier Impfstoffe gegen das SARS-CoV-2 Virus zugelassen:

  • die mRNA-Vakzine Comirnaty (Firma BioNTech/Pfizer)
  • die COVID-19 Vaccine Moderna (Firma Moderna Biotech)
  • die Vektor-Impfstoffe COVID-19 VAXZEVRIA® (Firma Astra Zeneca)
  • die COVID-19 COVID-19 Vaccine Janssen (Firma Janssen-Cilag/Johnson und Johnson)

Bei diesen Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoff, so dass eine Impfung auch bei entzündlich-rheumatische Erkrankungen unter immunsuppressiver / immunmodulierender Therapie möglich ist. Die Vektor-Impfstoffe basieren auf nicht-vermehrungsfähigen Vektorviren. Die mRNA und die in den Vektoren befindliche DNA integrieren sich zudem nicht in das menschliche Genom und es werden keinerlei Substanzen mit dem Vakzin verabreicht, aus denen der geimpfte Organismus komplette oder infektiöse Viruspartikel zusammensetzen könnte. Die Vakzine führen zur vorübergehenden Produktion von Virusproteinen, gegen die das Immunsystem protektive Antikörper produzieren kann.

Auch wenn es keine Studiendaten zur Sicherheit und Effektivität der verschiedenen SARS-CoV-2-Vakzine speziell bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unter Immunsuppression gibt, raten wir gemäß den Empfehlungen der DGRh unseren Patienten zu dieser Impfung, zumal sich bisher in den weltweit erfolgten Immunisierungen keine besonderen Risiken bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen zeigten. Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine Präferenz für einen SARS-CoV-2-Impfstoff gegenüber einem anderen abgesehen von den altersabhängigen Einschränkungen und Empfehlungen bei den Vektorimpfstoffen der Firmen Astra Zeneca und Janssen-Cilag/Johnson und Johnson.

Aufgrund berichteter Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson hat die Gesundheitsministerkonferenz entsprechend einer Empfehlung der STIKO für diesen Impfstoff ebenfalls eine Altersgrenze von >60 Jahren festgelegt. Darüber hinaus dürften Menschen unter 60 Jahren „nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz“ entscheiden, ob sie mit dem Impfstoff von Johnson undJohnson geimpft werden wollen.

Bezüglich der Vaxzevria®-Impfung ist zu beachten, dass in Studien die Wirksamkeit der Impfung vom Abstand zwischen den beiden Impfungen abhängt und die Schutzwirkung bei einer Verlängerung des Impfabstands von 6 Wochen auf 12 Wochen sehr deutlich zunimmt (siehe RKI Impfabstand Vaxzevria/AstraZeneca).

Es gibt keine generellen Empfehlungen, die medikamentöse Basistherapie wegen der Impfung zu pausieren. Eine Besonderheit stellen Therapien mit Rituximab, Cyclophosphamid oder hoch dosiertem Prednisolon dar. In diesen Fällen sollten Sie den geeigneten Zeitpunkt für eine Impfung mit Ihrem Rheumatologen oder Ihrer Rheumatologin besprechen.

In zwei Studien aus Erlangen und New York zeigten sich unter Therapie mit Methotrexat / MTX verringerte Anti-SARS-CoV-2-Antikörper nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Es wurde aber nicht untersucht, ob diese Patienten häufiger und schwerer an Covid-19 erkrankten. Ebenso wenig ist untersucht, wie sich ein Pausieren von MTX oder eine Änderung der MTX-Dosis auf den Impfungerfolg auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt aufgrund der nicht eindeutigen Datenlage kein obligates Pausieren von MTX aufgrund der CoV-SARS-2-Impfung. Im Falle einer stabilen Remission der Grunderkrankung kann nach Rücksprache mit dem Rheumatologen bzw. der Rheumatologin ein ein- oder zweimaliges Pausieren der wöchentlichen MTX-Gabe erwogen werden. Dringend rät die DGRh von einer längeren Therapiepause ab, vergleiche https://dgrh.de/Aktuelles/Rheuma-und-COVID-19.html.

Bitte beachten Sie, dass eine serologische Kontrolle des Impferfolges mittels eines Bluttests auf Coronavirus-Antikörper nicht sicher möglich ist. Die wichtigsten Träger der gezielten Immunabwehr sind die Lymphozyten – eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten). Die B-Lymphozyten produzieren Abwehrstoffe, die sogenannten Antikörper. Diese richten sich jeweils spezifisch gegen ein als körperfremd erkanntes Antigen. Die T-Lymphozyten erkennen Antigene, also körperfremde Strukturen, auf der Oberflächen von körpereigenen Zellen.
Sie sorgen dann dafür, dass die entsprechenden kranken oder veränderten Zellen entfernt werden. Während man Antikörper-Spiegel im Blut messen kann, um die B-Zell-Antwort auf eine Impfung zu überprüfen, kann man die T-Zell-Antwort nicht einfach mit einem Labortesten ermitteln. Bezüglich der Cov-SARS-2-Impfung weisen außerdem nicht alle verfügbaren Bluttests Antikörper gegen das Virusprotein nach, dessen Bildung durch die Impfstoffe ausgelöst wird. Es kann also ein Impfschutz auch bei negativem Coronavirus-Antikörper-Test durchaus bestehen.

Von der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) wurden hinsichtlich einer Impfpriorisierung verschiedener Personengruppen Empfehlungen ausgesprochen, welche das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in der sogenannten Impfverordnung (Stand 29.04.21) berücksichtigt hat (siehe auch BGM Informationen Coronavirus und Impfempfehlungen RKI).

Im Wesentlichen werden drei bevorzugte Kategorien der zu impfenden Personen gebildet. Das Hauptkriterium für eine Impfung stellt das Alter dar. Rheumapatienten fallen in die 3. Gruppe mit erhöhter Priorität. Zum Nachweis der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe kann durch unser MVZ ein Attest ausgestellt werden. Zu beachten ist, dass ein solches Attest einen Patienten noch nicht automatisch zur Vereinbarung eines Impftermines berechtigt.

Zum aktuellen Zeitpunkt (07.06.2021) konnte in Deutschland aufgrund einer inzwischen verbesserten Verfügbarkeit der Impfstoffe die Impfpriorisierung aufgehoben werden. Hierbei sind aber regionale Unterschiede in den einzelnen Bundesländern zu beachten. In Hamburg und Schleswig-Holstein wird in den Impfzentren an der Impfpriorisierung noch festgehalten. In Arztpraxen ist ein Abweichen hiervon möglich. Aufgrund der regionalen Unterschiede und dynamischen Entwicklung empfehlen wir generell, sich auch beim zuständigen Impfzentrum (z. B. Impfzentrum Hamburg) über den aktuellen Stand zu informieren.

Erhöhtes Risiko für Sinusvenenthrombosen durch Astra Zeneca Impfstoff Vaxzevria® bei Rheumapatienten? (16.04.2021)

Nach jetzigem Kenntnisstand gibt es keinen Anhaltspunkt für ein erhöhtes Risiko bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen.
Insgesamt handelt es sich bei dem Auftreten von Sinusvenethrombosen (Thrombose einer Hirnvene) um eine sehr seltene Nebenwirkung. Der für diese Thrombosebildung verantwortliche Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von dem Mechanismus anderer Thrombosen z. B. bei tiefen Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien. Es werden Autoantikörper gegen die eigenen Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet, die dadurch aktiviert werden und ein Gerinnsel bilden. Dies ist ein immunologischer Vorgang ohne Zusammenhang zu klassischen Risikofaktoren für eine Thrombose wie Übergewicht, Immobilisation, eine genetische Thromboseneigung oder die Einnahme der „Pille“. Überwiegend betroffen sind aber Frauen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Anhand dieser Erkenntnisse besteht laut der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung für Patienten mit einer Thrombose in der Vorgeschichte oder einer bekannten Thrombophilie (Thromboseneigung) kein erhöhtes Risiko für diese Komplikation nach Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff Vaxzevria® (siehe auch GTH-online.org). Trotz fehlender spezieller Daten bezüglich Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist gemäß der DGRh ebenfalls nicht davon auszugehen, dass bei Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen oder mit einem Antiphospholipidsyndrom ein erhöhtes Risiko für Sinusvenenthrombosen besteht.

Am 01.04.21 wurde aufgrund der beobachteten Altersverteilung der Sinusvenenthrombosen empfohlen, VAXZEVRIA® nur noch in der Altersgruppe ≥60 Jahre einzusetzen (Impfempfehlung RKI 01.04.21, Erweiterte Informationen RKI 08.04.21). Dementsprechend spricht sich die DGRh in einer Stellungnahme vom 06.04.2021 weiterhin deutlich für eine Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffes bei Rheumapatienten ab 60 Jahren aus (siehe DGRh Stellungnahme Impfung mit AstraZeneca-Impfstoff, aktualisiert am 06.04.2021). Da Medikamente wie ASS, Heparin oder andere Blutverdünner keinen schützenden Effekt gegenüber dem Auftreten einer Sinusvenenthrombose haben, wird eindringlich von der eigenständigen prophylaktischen Einnahme solcher Medikamente vor einer AstraZeneca-Impfung abgeraten.

Aufgrund berichteter Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson hat die Gesundheitsministerkonferenz entsprechend einer Empfehlung der STIKO für diesen Impfstoff ebenfalls eine Altersgrenze von >60 Jahren festgelegt. Darüber hinaus dürften Menschen unter 60 Jahren „nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz“ entscheiden, ob sie mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson geimpft werden wollen. Siehe STIKO Empfehlung Janssen-Cilag/Johnson und Johnson.

Am 14.04.21 hat sich die STIKO am RKI in einer aktualisierten Stellungnahme hinsichtlich 12 Wochen nach der Erstimpfung eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech oder Moderna) durchzuführen (STIKO Zweitimpfung nach AstraZeneca). Dieser Empfehlung haben sich die MinisterInnen und SenatorInnen für Gesundheit von Bund und Ländern angeschlossen. Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung können übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden. Der Einsatz von AstraZeneca für eine 1. oder 2. Impfstoffdosis bei unter 60-Jährigen bleibt nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten möglich (siehe auch Bundesgesundheitsministerium Fragen zu AstraZeneca).

Wann und wie nach Coronavirus-Infektion impfen?

Es wird davon ausgegangen, dass nach einer SARS-CoV-2-Infektion zumindest vorübergehend ein gewisser Immunschutz besteht. Von der STIKO wird nachfolgend eine einmalige Impfung frühestens 6 Monate nach Genesung empfohlen.
Tritt während der Erstimmunisierung nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion (PCR-bestätigt) auf, sollte nach Ansicht der STIKO die Verabreichung der 2. Impfstoffdosis ebenfalls erst frühestens 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung erfolgen (siehe Impfung nach Coronavirus-Infektion).


Wichtige Telefonnummern

  • 116117: Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung. Patienten können sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche an diese Telefonnummer wenden. Es erfolgt eine Beratung sowie eine weitere Vermittlung bei bestehendem Infektionsverdacht.
  • 040 428284000: eine extra eingerichtete Corona-Hotline der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV)

Hilfreiche Informationen finden Sie unter anderem unter den folgenden Links

 

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