Aktuelles zum Corona-Virus „COVID-19“
Stand vom 27.09.2022

Liebe Patient*innen,

verständlicherweise wenden sich viele Patient*innen mit Fragen zum Coronavirus an uns. Aufgrund des hohen Aufkommens an Anfragen an uns, sind unsere Ärzte und Ärztinnen leider nicht in der Lage, diese alle persönlich zu beantworten. Wir hoffen, dass Ihnen mit den unten aufgeführten Informationen bei vielen Fragen schon geholfen ist. Viele Informationen sind auch in den Stellungnahmen unserer Fachgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) enthalten.

Häufig gestellte Fragen

Besuch unserer Praxis

Trotz der Corona-Pandemie sollten die rheumatologischen Kontrolltermine sowie die notwendigen Laborkontrollen bei uns fortgesetzt werden. Wir sind insgesamt bemüht, die Kontaktzeit zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie zu Ihrem Termin pünktlich und vorbereitet erscheinen.

Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie bitte die Praxis NICHT ohne vorherige telefonische Rücksprache betreten:

  • Hatten Sie in den letzten 5-7 Tagen Kontakt mit einem sicher am Coronavirus Erkrankten?
  • Besteht bei Ihnen aktuell eine SARS-CoV-2-Infektion oder war bei Ihnen ein Abstrich positiv für das Coronavirus?
  • Leiden Sie an akuten Atemwegsbeschwerden (Luftnot, Husten…) oder haben Sie weitere Zeichen einer Infektion (Fieber, Gliederschmerzen…)?

Im Falle der oben genannten Symptome empfehlen wir die 116117 anzurufen. Bei Luftnot rufen Sie bitte die 112 (Rettungsdienst) an.

Schutzmaßnahmen und FFP2-Maskenpflicht in der Praxis

Wir sind insgesamt bemüht, die Kontaktzeit zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie zu Ihrem Termin pünktlich und vorbereitet erscheinen.
Nachdem gemäß der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung schon seit Mai 2022 in Arztpraxen eine allgemeine Maskenpflicht besteht, ist nun auch im Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung ab 01.10.2022 eine FFP 2-Maskenpflicht für Patient*innen und Besucher*innen festgelegt.
Für Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes (OP-Maske) verpflichtend. Die Mitarbeiter*innen unseres MVZ sollten nur bei längeren Tätigkeiten nahe am Patienten wie einer Blutentnahme eine FFP2-Maske tragen. Bei der Tätigkeit an der Rezeption z.B. ist dies nicht zwingend erforderlich.

Wir bitten von Diskussionen über die belegte Sinnhaftigkeit des Tragens von FFP2-Masken mit unseren Mitarbeiter*innen abzusehen. Wer der Pflicht zum Tragen der vorgeschriebenen FFP 2-Maske nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Es gibt nur einige wenige Ausnahmen von der grundsätzlich für jedermann geltenden Maskenpflicht. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Tragepflicht befreit. Das bedeutet, dass das Tragen eines MNS mit dem Risiko einer objektivierbaren erheblichen Verschlechterung der Gesundheit verbunden sein muss. Dies ist nicht automatisch schon beim Vorliegen einer kardialen oder pulmonalen Grunderkrankung der Fall sein. Gemäß der Berufsordnung der Hamburger Ärzte und Ärztinnen haben Ärzt*innen bei der Ausstellung ärztlicher Bescheinigungen mit Sorgfalt zu verfahren und können sich andernfalls (berufsrechtlich) strafbar machen.

Eine entsprechende ärztliche Bescheinigung zur Befreiung von der Maskenpflicht müssen Patient*innen auf Verlangen vorlegen. Aus der ärztlichen Bescheinigung muss sich nachvollziehbar ergeben, auf welcher Grundlage die entsprechende Diagnose gestellt wurde und wie sich die Krankheit im konkreten Fall darstellt. Ein Bruch der ärztlichen Schweigepflicht liegt hierbei nicht vor, da Patient*innen alleine darüber entscheiden, ob das Attest vorlegt wird.

Des Weiteren werden Sicherheitsabstände werden so gut es geht eingehalten und unsere Praxisräume auch bei kalten Temperaturen regelmäßig gelüftet. Bitte berücksichtigen Sie letzteres bei der Auswahl Ihrer Garderobe. Begleitpersonen sollen bitte nur die Praxisräume betreten, wenn dies aus medizinischen oder sprachlichen Gründen notwendig ist. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir Ihre Angehörigen in anderen Fällen bitten, außerhalb der Praxisräume zu warten. Dies geschieht auch zu Ihrem Schutz.

Haben Rheumapatient*innen ein besonderes Risiko durch COVID-19?

Anhand der seit Pandemiebeginn gewonnenen Erfahrungen erscheint eine entzündlich-rheumatische Erkrankung (ERE) an sich nicht als Risikofaktor für eine COVID-19-Infektion oder für einen schweren COVID-19-Verlauf. Die meisten Rheumamedikamente sind auch im Falle einer Infektion sicher einsetzbar. Einige Wirkstoffe scheinen sogar vor schweren Verläufen der Erkrankung zu schützen. Anhand Daten aus dem COVID-19-Register der DGRh zeigte sich, dass die häufig eingesetzten TNF-Blocker (Adalimumab, Certolizumab, Etanercept, Golimumab Infliximab) eher mit einem milderen Verlauf der Infektion assoziiert sind. Eine medikamentös unzureichend kontrollierte, in einem aktiven Schub befindliche Rheumaerkrankung dagegen gilt durchaus als Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf.

Die Medikation sollte also unverändert fortgesetzt werden und Patient*innen sollten keinesfalls Medikamente selbständig absetzen.

Impfungen und Impfstoffe

Zum jetzigen Zeitpunkt (27.09.22) sind in Deutschland durch die EMA folgende Impfstoffe gegen das SARS-CoV-2 Virus zugelassen:

Name/Hersteller Wirkprinzip Indikation
Comirnaty (BioNTech/Pfizer.) monovalenter mRNA-Impfstoff Grundimmunisierung / Auffrischung
Comirnaty Original/Omicron BA.1 bivalenter mRNA-Impfstoff Auffrischung
Comirnaty Original/Omicron BA.4/BA.5 bivalenter mRNA-Impfstoff Auffrischung
Spikevax (Moderna) monovalenter mRNA-Impfstoff Grundimmunisierung / Auffrischung
Spikevax bivalent Original / Omicron BA.1 bivalenter mRNA-Impfstoff Auffrischung
JCOVDEN (Janssen/Johnson & Johnson) Vektor-Impfstoff Grundimmunisierung
Vaxzevria (Astra Zeneca) Vektor-Impfstoff seit 12/2021 nicht mehr verfügbar
Nuvaxovid (Novavax) proteinbasierter Impfstoff Grundimmunisierung / u.U. Auffrischung
COVID-19 Valneva (Valneva Austria) inaktivierter, adjuvantierter
Ganzvirusimpfstoff
Grundimmunisierung

Bei allen diesen Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe, so dass eine Impfung auch bei entzündlich-rheumatische Erkrankungen unter immunsuppressiver Therapie möglich ist.

Bei mRNA-Impfungen impft man hierzu einen Bauplan (mRNA-Abschnitt) für einen Bestandteil von SARS-CoV-2. Bei einem Vektorimpfstoff impft man ebenfalls einen Bauplan für einen SARS-CoV-2-Bestandteil in Form eines DNA-Stückes, das in veränderte, für den Menschen harmlose Adenoviren eingepackt wurde, die sich selber nicht mehr vermehren können. Die mRNA und die in den Vektoren befindliche DNA integrieren sich nicht in das menschliche Genom und es besteht nicht die Gefahr, dass im Körper durch die Impfung komplette oder infektiöse Viruspartikel entstehen. Die Vakzine führen nur zur vorübergehenden Produktion des viralen Spike-Proteins (S-Protein) in Immunzellen und anderen Körperzellen, welches dann eine Immunantwort auslöst.

Die monovalenten mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax enthalten nur mRNA, die für das Spike-Protein des Wildtyps von SARS-CoV-2 kodiert. Die bivalenten mRNA-Impfstoffe enthalten zusätzlich mRNA, die für das Spike-Protein verschiedener Omikron-Varianten (BA1 und BA.4/BA.5 s.o.) kodieren.

Diese Omikron-adaptierten Impfstoffe verwenden dieselbe mRNA-Plattform wie Comirnaty bzw. Spikevax und unterscheiden sich nur durch wenige, abgeänderte RNA-Bausteine (Nukleotide). Deshalb schätzt die STIKO die neuen bivalenten Impfstoffe trotz der begrenzten klinischen Studiendaten als sicher und gut verträglich ein. Diese bivalenten Impfstoffe sind nur zur Auffrischimpfung zugelassen.

Auch die bisherigen monovalenten mRNA-Impfstoffe können weiterhin zur Auffrischung eingesetzt werden, da sie unverändert vor schweren COVID-19-Verläufen (auch durch Omikron-Varianten) schützen. Entsprechend sollen Personen, die vor Kurzem ihre Auffrischimpfung mit einem monovalenten Impfstoff erhalten haben, keine gesonderte Extra-Impfdosis mit einem angepassten bivalenten Impfstoff erhalten.

Beim proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid wird mit Bestandteilen der Hülle des Virusproteins geimpft, die in Zellkulturen gezüchtet wurden. Um die Immunreaktion zu verstärken, enthält der Proteinimpfstoff zudem ein sogenanntes Adjuvans (Wirkverstärker).
Der Ganzvirusimpfstoff COVID-19- Valneva enthält abgetötete Bestandteile des SARS-CoV-2-Virus und ebenfalls ein Adjuvans.

Wirksamkeit der Impfstoffe

Comirnaty und Spikevax boten bei Infektion mit Delta eine sehr hohe Wirksamkeit von etwa 90% gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung und eine gute Wirksamkeit von etwa 75% gegen eine symptomatische SARS-CoV-2-Infektionen.

Comirnaty, Spikevax und JCOVDEN bieten vor Omikron-Varianten weniger Schutz als vor der Delta-Variante. Die Ergebnisse des Living Systematic Review (RKI) zeigen, dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung gegenüber einer jeglichen oder symptomatischen Erkrankung durch die Omikron-Variante insgesamt gering ist und mit der Zeit deutlich nachlässt. Durch eine Auffrischimpfung kann die Schutzwirkung verbessert werden. Gegen schwere Erkrankungen bietet die Impfung weiterhin einen guten Schutz. Die Datenlage deutet darauf hin, dass auch hier die Schutzwirkung nach der Grundimmunisierung abfällt – jedoch weniger stark. Nach einer Auffrischimpfung ist die Wirksamkeit gegenüber schweren Erkrankungen für mindestens 6-9 Monate erneut hoch. Eine 2. Auffrischimpfung führt bei Zielgruppen mit höherem COVID-19-Risiko zu einer erneuten Verbesserung der Wirksamkeit.

Es bestehen keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den verschiedenen untersuchten Impfstoffen (Comirnaty, Spikevax, JCOVDEN) und Impfschemata (heterolog vs. homolog).
Der Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) bietet nach derzeitigem Kenntnisstand einen guten Schutz, jedoch ist die Datenlage limitiert. Die Zulassungsstudien, die überwiegend den Schutz vor der Alpha-Variante untersuchten, zeigten eine Wirksamkeit von etwa 90 % gegen eine milde bis schwere COVID-19-Erkrankung. Verlässliche Aussagen zum Schutz der Impfung vor schweren Krankheitsverläufen können jedoch nicht getroffen werden. Daten bezüglich der klinischen Schutzwirkung der Grundimmunisierung gegen die Omikron-Varianten liegen für Nuvaxovid bisher nicht vor.

COVID 19-Valneva wurde in der Zulassungsstudie im Vergleich zu Vaxzevria untersucht. Ausgeschlossen wurden u.a. Personen mit sehr schweren Erkrankungen und einer starken Immunschwäche. COVID-19 Vaccine Valneva wirkte in der Zulassungsstudie in etwa so gut wie Vaxzevria. In beiden Gruppen traten ähnlich viele COVID-19-Erkrankungen, aber keine schweren Fälle auf. Die Daten wurden 2021 vor Auftreten der Omikron-Variante erhoben.

Impfschema ab dem 18. Lebensjahr
Einzelheiten bzgl. Auffrischimpfung mit Omikron-adaptierten Impfstoffen bitte siehe Text
vergleiche die Impfschema-Tabelle des RKI, Stand 18. August 2022
Grundimmunisierung (GI) Auffrischung
Alters-
gruppe
1. Impfdosis Empfohlener
Impfabstand
2. Impfdosis Empfohlener
Abstand zur
2. Impfdosis
3. Impfdosis
18 – 29-jährige
Comirnaty
(30µg)
3-6 Wochen Comirnaty
(30µg)
≥ 6 Monate Comirnaty
(30µg)
Nuvaxovid ≥ 3 Wochen Nuvaxovid ≥ 6 Monate Comirnaty
(30µg)
18 – 50-jährige
Valneva 4 Wochen Valneva ≥ 6 Monate Comirnaty (30µg)
oder ab 30 Jahren alternativ:
Spikevax (50µg)
30 – 59-jährige
Comirnaty
(30µg)
3-6 Wochen Comirnaty
(30µg)
≥ 6 Monate Comirnaty
(30µg)
Spikevax
(100µg)
4-6 Wochen Spikevax
(100µg)
≥ 6 Monate Spikevax
(50µg)
Nuvaxovid ≥ 3 Wochen Nuvaxovid ≥ 6 Monate Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (50µg)
≥ 60-jährige
Comirnaty
(30µg)
3-6 Wochen Comirnaty
(30µg)
≥ 6 Monate Comirnaty
(30µg)
Spikevax
(100µg)
4-6 Wochen Spikevax
(100µg)
≥ 6 Monate Spikevax
(50µg)
Vaxzevria ≥ 4 Wochen Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (100µg)
≥ 6 Monate Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (50µg)
JCOVDEN ≥ 4 Wochen Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (100µg)
oder Nuvaxovid
≥ 6 Monate Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (50µg)
Nuvaxovid ≥ 3 Wochen Nuvaxovid ≥ 6 Monate Comirnaty (30µg)
oder Spikevax (50µg)
Schwangere jeden Alters ab dem 2. Trimenon
Comirnaty
(30µg)
3-6 Wochen Comirnaty
(30µg)
≥ 6 Monate Comirnaty
(30µg)

Die Impfstoffe sollen ausschließlich intramuskulär nach Aspiration verabreicht werden. Dies gilt auch für Patient*innen, die Blutgerinnungshemmer einnehmen. Für diese sollen sehr feine Injektionskanülen verwendet und die Einstichstelle soll nach der Impfung mindestens 2 Minuten lang komprimiert werden. Es ist ratsam, in den ersten Tagen nach einer Impfung außergewöhnliche körperliche Belastungen und Leistungssport zu vermeiden.

Besonderheiten bei den Impfschemata

Die STIKO empfiehlt, für alle Auffrischimpfungen (Booster) ab 12 Jahren vorzugsweise einen der zugelassenen Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoffe einzusetzen, da diese im Vergleich zu den bisherigen monovalenten mRNA-Impfstoffen eine verbesserte Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Varianten auslösen und gegenüber dem Wildtyp-Virus eine gleichbleibend gute Antikörperantwort erzielen). Ab dem Alter von 12 Jahren kann „Comirnaty Original/Omicron BA.1“ oder „Comirnaty Original/Omicron BA.4/BA.5“ eingesetzt werden. Ab dem Alter von 30 Jahren kann alternativ auch mit „Spikevax bivalent Original /Omicron BA.1“ geimpft werden.

Im Rahmen der Grundimmunisierung mit Spikevax werden zwei Impfstoffdosen zu je 100 µg verabreicht. Zur Auffrischimpfung immungesunder Personen mit Spikevax wird die Hälfte der zur Grundimmunisierung genutzten Menge verabreicht (50 µg). Personen mit Immundefizienz erhalten als Impfstoffdosis zur Auffrischung hingegen die identische Dosierung wie bei der Grundimmunisierung (100 µg).

Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des enthaltenen Adjuvans Matrix M derzeit nicht empfohlen, kann jedoch in Einzelfällen erwogen werden, z.B. wenn eine produktspezifische, medizinische oder sonstige Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe besteht.

Obwohl Nuvaxovid bisher nicht zur Auffrischimpfung zugelassen ist, kann der Impfstoff bei einer Kontraindikation gegenüber mRNA-Impfstoffen dennoch zur Auffrischimpfung verwendet werden.

Die bezüglich COVID-19 Valneva vorgelegten Daten erlaubten keine Schlussfolgerungen über die Immunogenität dieses Impfstoffs bei Personen über 50 Jahren. Daher wurde der Impfstoff derzeit nur für die Verwendung bei Personen zwischen 18 und 50 Jahren empfohlen und auch nur zur Grundimmunisierung zugelassen. Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen, aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs zum jetzigen Zeitpunkt. Ungeimpfte Personen mit einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion können eine Impfstoffdosis COVID-19 Valneva zur Vervollständigung der Grundimmunisierung erhalten.

Warum Auffrischung (Booster) bzw. Impfung nach COVID-19-Infektion?

Die STIKO empfiehlt die generelle Auffrischimpfung aller Personen ab 12 Jahren, primär um schwere COVID-19-Verläufe, Hospitalisierungen und
Tod zu verhindern. Eine Auffrischimpfung schützt auch nach mindestens 6-9 Monaten noch gut vor einer schweren Infektion.
Zu einer (milderen) Infektion mit SARS-CoV-2 kann es vor allem mit zunehmendem Zeitabstand zur Grundimmunisierung dennoch kommen, und durch die Auffrischimpfung kann die SARS-CoV-2-Übertragung von infizierten Geimpften auf andere Personen für eine gewisse Zeit deutlich reduzieren. Zudem lässt die Auffrischimpfung einen längerfristigen robusten Impfschutz
erwarten. Eine Grundimmunisierung mit einer Auffrischimpfung, zu kombinieren, ist bei anderen Impfungen mit Totimpfstoffen (z.B. Tetanus, Polio, Hepatitis B und viele weitere Impfstoffe) bereits ein etabliertes Vorgehen und ist aus immunologischer Sicht absolut sinnvoll.

Die STIKO geht davon aus, dass alleinig eine SARS-CoV-2-Infektion nicht ausreicht, um spätere COVID-19-Erkrankungen zu verhindern. Ein solider Schutz vor Infektion und schwerer Erkrankung ist erst durch eine mehrmalige Auseinandersetzung mit dem Spikeprotein von SARS-CoV-2 zu erlangen.
Dies kann durch eine 3-malige Impfung (also Grundimmunisierung + Booster) oder durch eine Kombination von natürlicher Infektion und Impfung (hybride Immunität) erreicht werden, wobei die Reihenfolge wohl unerheblich ist. Auch ungeimpften Personen, die drei oder mehr SARS-CoV-2-Infektionen durchgemacht haben, wird von der STIKO explizit eine Auffrischimpfung empfohlen. Zwischen den 3 immunologischen Ereignissen muss jedoch ein zeitlicher Mindestabstand bestehen, damit diese als getrennte, immunologisch wirksame Ereignisse bewertet werden können. Folgende Grundregeln sollten beachtet werden:

Der Mindestabstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung beträgt 3 Wochen (Comirnaty, Nuvaxovid) bzw. 4 Wochen (andere COVID-19-Impfstoffe).

Zwischen zwei aufeinanderfolgenden SARS CoV 2 Infektionen muss ein Abstand von mehr als 3 Monaten liegen.

Die STIKO empfiehlt seit 08/2022, zwischen einer durchgemachten SARS CoV2 Infektion und einer nachfolgenden COVID19-Impfung einen Abstand von mehr als 3 Monaten einzuhalten.

Der Mindestabstand zwischen zweitem und drittem Ereignis beträgt 3 Monate.

Wird der Mindestabstand zwischen zwei Ereignissen unterschritten, wird in der Regel nur das spätere Ereignis als immunologisch wirksames Ereignis gewertet.

Bei ≥ 18-Jährigen wurde initial die 1. Auffrischimpfung (Booster) in einem Mindestabstand von 3 Monaten empfohlen. Ziel war es, durch diese forcierte Auffrischimpfkampagne und den verkürzten Impfabstand schwere Verläufe von COVID-19 zu verhindern und die Transmission insbesondere der Omikron-Variante zu vermindern. Für einen längerfristigen Immunschutz könnte es zukünftig bei der Zirkulation anderer Virusvarianten wieder sinnvoll sein, den Impfabstand für Auffrischimpfungen auf mindestens 6 Monate zu verlängern.
Die STIKO geht davon aus, dass bei immungesunden Personen ein längerer Impfabstand für die Wirksamkeit und den Langzeitschutz der 1. Auffrischimpfung immunologisch günstiger ist. In begründeten Einzelfällen kann die 2. Auffrischimpfung auch bereits nach frühestens 3 Monaten erwogen werden.
Tritt nach der vollständigem Grundimmunisierung bestehend aus 2 Impfstoffdosen im empfohlenen Abstand eine SARS-CoV-2-Infektion in einem Abstand von ≥ 3 Monaten auf, ist bis auf weiteres keine Auffrischimpfung notwendig. Tritt die Infektion in einem kürzeren Abstand auf, sollte die Auffrischimpfung nach den bestehenden Empfehlungen (s.o.) erfolgen.

Eine 4. Impfung vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten bivalenten mRNA-Impfstoff, im Abstand von 6 Monaten zum letzten immunologischen Ereignis wird diesem besonders gefährdeten bzw. exponierten Personengruppen empfohlen:

Personen ab dem Alter von 60 Jahren

Bewohner*innen und Betreute in Pflegeeinrichtungen

Menschen mit Immunschwäche (also auch Patient*innen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen)

Tatige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen

Die 4. Impfung (2. Auffrischimpfung) kann bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen in begründeten Einzelfällen schon 4 Monate nach der 1. Auffrischimpfung erfolgen. Personen der o.g. Gruppen, die nach der 1. Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektionersonen im Mindestabstand von 3 Monaten durchgemacht haben, wird keine weitere Auffrischimpfung empfohlen. Es ist für die genannten Risikogruppen nicht empfohlen, auf einen angepassten Impfstoff zu warten und eine indizierte Impfung zu verschieben.

Bei besonders gefährdeten Personen (z.B. Hochbetagte, Personen mit schwerer Immundefizienz) kann es sinnvoll sein nach dem 4. Ereignis (z.B. 2. Auffrischimpfung) noch eine weitere (d.h. eine 5.) Impfstoffdosis zu verabreichen. Auch hierfür gilt der 6-Monatsabstand zur letzten Impfung oder Infektion. Die Indikation sollte unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands und des individuellen Erkrankungsrisikos mit ärztlicher Beratung getroffen werden.

Für Personen im Alter von < 60 Jahren ohne Grunderkrankung, die bereits 3 immunologische Ereignisse (davon mindestens 1 Impfstoffdosis) hatten,
empfiehlt die STIKO vorerst keine weitere Auffrischimpfung. Diese Personengruppe würde nach derzeitigem Kenntnisstand von einer weiteren
Impfstoffdosis nicht nennenswert profitieren. Eine Ausnahme bildet das Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, für die aufgrund des erhöhten Expositionsrisikos eine weitere Auffrischimpfung bereits empfohlen ist.

Bei einer kleinen Gruppe schwer immundefizienter Personen wie z.B. bei Patient*innen nach Organtransplantation und Krebspatient*innen unter immunsuppressiver Therapie oder Chemotherapie können bereits zur Optimierung der Grundimmunisierung mehrere Impfstoffdosen im Mindestabstand von 4 Wochen notwendig sein. Es ist hierbei ausdrücklich anzumerken, dass Patient*innen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen im Allgemeinen NICHT zur dieser Gruppe schwer immundefizienter Personen zählen. Einzelne Sonderfälle werden s.u. im folgenden Text erörtert.

Impferfolg unter immunsuppressiver Medikation

Das alleinige Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung und die Einnahme der üblicherweise eingesetzten immunsuppressiven Medikamente führt in der Regel alleine nicht zu einem verminderten Impfansprechen. Das Immunsystem ist hierdurch nicht in dem Maße beeinträchtigt wie das von Höchstbetagten oder Patient*innen nach Organtransplantation oder unter einer Chemotherapie. Auch von der STIKO wird ausdrücklich betont, dass Autoimmunerkrankungen wie eine rheumatoide Arthritis, ein Systemischer Lupus erythematodes, eine Multiple Sklerose und eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung von sich aus zu keiner relevanten Einschränkung der Impfantwort führen. Nur bei ANCA-assoziierten Vaskulitiden und idiopathisch-inflammatorischen Myositiden (Dermatomyositis, Polymyositis) gibt es Hinweise auf eine mögliche Einschränkung der Impfantwort. Ansonsten hat sich gezeigt, dass Patient*innen mit ERE eine in Quantität und Qualität mit der von gesunden Personen vergleichbare Impfantwort entwickeln. Das Impfansprechen kann jedoch durch eine schlecht kontrollierte Rheumaerkrankung oder eine starke immunsuppressive Therapie (s.u.) vermindert sein.

Als schwere immunsuppressive Therapie zu werten sind lediglich:

Rituximab

Cyclophopsphamid

Abatacept

MMF (Mycophenolat)

Prednisolon > 20 mg/Tag

Patient*innen, die zum Zeitpunkt der Grundimmunisierung diese Medikamente bekommen haben und somit unter einer besonders starken Immunsuppression sstanden oder während eines Rheumaschubes geimpft worden sind, sollten nach individueller Risikoabschätzung eventuell im Rahmen der Grundimmunisierung eine 3. Impfstoffdosis und ggf. weitere Impfstoffdosen im Mindestabstand von 4 Wochen sowie die 1. und eine 2. Auffrischimpfung bereits im Abstand von ≥3 Monaten nach vorangegangener Impfstoffdosis erhalten.

Im Falle einer Rituximab-Therapie wird angeraten, die Impfungen erst vier bis sechs Monate nach der letzten Rituximab-Infusion zu verabreichen, da zu einem früheren Zeitpunkt entweder keine oder eine nur geringe Impfantwort induziert wird. Eine erneute Rituximab-Gabe sollte dann erst wieder 4 Wochen nach der Impfung erfolgen.

Folgende Therapien sind hingegen ohne relevante Einschränkung der Impfantwort, sodass eine Auffrischimpfung erst nach ≥ 6 Monaten empfohlen wird:

Basistherapeutika
Apremilast
Azathioprin
Ciclosporin
Hydroxychloroquin
Leflunomid (≤ 20 mg/Tag)
Methotrexat (≤ 20 mg/Woche)
Sulfasalazin
JAK-Inhibitoren
Tofacitinib
Baricitinib
Filgotinib
Upadacitinibab
Biologika
TNF-Blocker*
Anakinra
Canakinumab
Tocilizumab
Sarilumab
Secukinumab
Ixekizumab
Ustekinumab
Guselkumab
Risankizumab
Mepolizumab
Belimumab
*: TNF-Blocker sind Infliximab, Adalimumab, Certolizumab, Etanercept und Golimumab.

Es gibt keine generellen Empfehlungen, die medikamentöse Basistherapie wegen der Impfung zu pausieren. Immunsupprimierende Therapien können auch bei einer anstehenden Impfstoffgabe weitergeführt werden. Empfehlenswert für die bestmögliche Impfwirksamkeit ist allerdings eine möglichst geringe Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung, d.h., dass der Impfzeitpunkt zum Beispiel in die Mitte der Verabreichungsintervalle der Medikation gelegt werden sollte.

Bei den im Folgenden aufgeführten Medikamenten kann im Falle einer stabilen Remission der Grunderkrankung nach Rücksprache mit dem oder der Rheumatolog*in eine kurzfristige Therapiepause zur Optimierung des Impfansprechens erwogen werden.

Pausieren von Medikamenten wegen der COVID-19-Impfung
JAK-Inhibitoren
(Xelianz, Olumiant, Rinvoq
und Jyseleca)
5-7 Tage nach der Impfung
Mycophenolat je 1 Woche vor und nach jeder Impfung
Abatacept (Orencia)
subkutan
je 1 Woche vor und nach jeder Impfung
Abatacept-Infusion im Intervall zwischen den Infusionen, wenn möglich 4 Wochen nach einer Infusion
mit Verzögerung der nächsten Infusion um 1 Woche
MTX / Methotrexat 10 Tage nach der Impfung

Alle anderen hier nicht gesondert erwähnten Medikamente sollten unverändert fortgesetzt werden. Eine gute Krankheitskontrolle ist gegenüber einer möglicherweise abgeschwächten Immunantwort auch im Kontext von Impfungen vorrangig.

Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Paracetamol sollten 6-24 Stunden vor der Impfung und 6 Stunden nach der Impfung vermieden werden.
Es ist ratsam, in den ersten Tagen nach einer Impfung außergewöhnliche körperliche Belastungen und Leistungssport zu vermeiden.

Kontrolle des Impferfolges

Eine serologische Kontrolle der Antikörperantwort ist bei Patient*innen mit leichter bis mittelgradiger Immundefizienz nicht generell empfohlen bzw. notwendig. Der Wert, der einen sicheren Schutz bedeutet und damit eine oder mehrere Impfstoffdosen ggf. unnötig machen würde, ist nicht bekannt. Fälschlicherweise nehmen viele Menschen an, dass bei hohem Antikörperspiegel nach der Grundimmunisierung keine Auffrischimpfung verabreicht werden sollte. Die serologische Antikörpertestung kann nicht bewiesen, dass weiterhin ein Schutz vor COVID-19 besteht. Sicherheitsbedenken für eine Auffrischimpfung bei Nachweis einer hohen Antikörperkonzentration gibt es nicht.

Antikörper sind zudem nicht der einzige Mechanismus, mit dem das Immunsystem Krankheitserreger bekämpft. Die wichtigsten Träger der gezielten Immunabwehr sind die Lymphozyten – eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten). Die B-Lymphozyten produzieren Abwehrstoffe, die sogenannten Antikörper. Diese richten sich jeweils spezifisch gegen ein als körperfremd erkanntes Antigen. Die T-Lymphozyten erkennen Antigene, also körperfremde Strukturen, auf der Oberflächen von körpereigenen Zellen. Sie sorgen dann dafür, dass die entsprechenden kranken oder veränderten Zellen entfernt werden.
Während man Antikörper-Spiegel im Blut messen kann, um die B-Zell-Antwort auf eine Impfung zu überprüfen, kann man die T-Zell-Antwort nicht einfach mit einem Labortesten ermitteln. Es kann also auch bei fehlendem Nachweis von Coronavirus-Antikörpern durch die T-Zell-Antwort durchaus ein Impfschutz bestehen.
So konnte in einer Studie bei 58% der Patient*innen unter der schwer immunsuppressiven gegen B-Zellen gerichteten Therapie mit Rituximab eine gute T-Zell-Antwort gegen SARS-Cov2 gemessen werden. Also auch bei einem Großteil der Patient*innen ohne messbare Antikörper im Blut wurde durch die Impfung eine Schutzwirkung erzielt. Hierbei ist Rituximab ein sehr starkes Medikament, dass viel stärker ein Impfansprechen vermindert als Basistherapeutika wie MTX und die meisten Biologika. Bei diesen Medikamenten ist mit einer noch besseren T-Zell-Antwort zu rechnen.

Es kann also auch bei fehlendem Nachweis von Coronavirus-Antikörpern durch die T-Zell-Antwort durchaus ein Impfschutz bestehen.
So konnte in einer Studie aus Wien bei 58% der Patient*innen unter einer gegen die B-Zellen gerichteten Therapie mit Rituximab eine gute T-Zell-Antwort gegen SARS-Cov2 gemessen werden. Also auch bei einem Großteil der Patient*innen ohne B-Zellen und ohne messbare Antikörper im Blut wurde durch die Impfung eine Schutzwirkung erzielt. Hierbei ist Rituximab ein sehr starkes Medikament, dass viel stärker ein Impfansprechen vermindert als Basistherapeutika wie MTX und die meisten Biologika. Bei diesen Medikamenten ist mit einer noch besseren T-Zell-Antwort zu rechnen.

Lediglich bei schwer immundefizienten Personen (s.o.) mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort soll frühestens 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der 3. Impfstoffdosis eine quantitative serologische Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spikeprotein (Gesamtprotein S1-Untereinheit oder Rezeptorbindungsdomäne) erfolgen.
Hat die Impfung während eines Rheumaschubes oder während einer schweren, fieberhaften Erkrankung stattgefunden, kann auch eine serologische Testung erwogen werden (was bei leichtem Fieber nicht notwendig ist).

Sollten nach der 3. Impfstoffdosis unverändert sehr niedrige oder keine spezifischen Antikörper messbar sein, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Die Dosis des mRNA-Impfstoffs kann gesteigert werden (z.B. Applikation einer doppelten Dosis von Comirnaty als off-label-Anwendung; oder Impfung mit Spikevax (100µg).

Es kann auch ein Impfstoff einer anderen Technologie zur Anwendung kommen (z.B. ein Vektor-Impfstoff oder ein adjuvantierter Protein-Impfstoff wie Nuvaxovid).

Es können weitere Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung im Abstand von 4 Wochen erwogen werden. Über weitere Antikörpermessungen muss individuell entschieden werden.

Für Personen ohne ausreichenden Immunschutz ist die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln besonders wichtig. Auch ist auf eine umfassende Impfung aller Kontaktpersonen hinzuwirken.

Verträglichkeit der COVID-Impfung bei Rheuma

Patient*innen mit entzündlichen-rheumatischen Erkrankungen vertragen COVID-Impfstoffe gut. Dies zeigen die Ergebnisse der europäischen COVAX-Studie mit Registerdaten von mehr als 5.000 PatientInnen (Stand 17.01.2022: 5.121 Menschen aus 30 Ländern). Das Sicherheitsprofil der Impfung unterscheidet sich nicht von dem der Allgemeinbevölkerung.
Die Patient*innen waren am häufigsten an einer rheumatoiden Arthritis, Spondyloarthritis oder Psoriasis-Arthritis erkrankt. Davon nahmen 54% ein konventionelles Antirheumatikum (z.B. MTX, Leflunomid oder Sulfasalazin) und 42% ein Biologikum ein. 70% waren mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech geimpft, 17% mit dem von AstraZeneca und 8% mit dem von Moderna.
Die häufigsten Impfnebenwirkungen waren kurze lokale und systemische Reaktionen auf die Injektion – wie etwa Rötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle. Ein Schub der rheumatischen Grunderkrankung ist eine seltene Nebenwirkung der Impfung. Nur bei 4,4% wurde ein meist milder und kurzfristig verlaufender Krankheitsschub und sogar nur in 0,6% der Fälle ein schwerwiegender Schub beobachtet. Es ist hierbei zu beachten, dass es auch spontan zu Schüben im Verlauf einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung ohne äußere Einflussfaktoren kommen kann und dass auch eine COVID-Infektion einen solchen Schub auslösen kann.

Auch unsere Fachgesellschaft DGRh hat ein COVID-19-Impfregister initiiert, an dem bis zum 01.11.2021 bereits 2143 Personen teilgenommen haben.
Die erhobenen Registerdaten zeigen auch hier bei Patient*innen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) eine gute Verträglichkeit der Impfung mit nur 0,27% schwerwiegenden Nebenwirkungen (6 Patienten: 1 Hirninfarkt, 2 Personen hatten eine Gürtelrose, 3 Personen hatten eine Thrombose). Die drei häufigsten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle (70%), Müdigkeit (42%) sowie Kopfschmerzen (31%).

Wir raten in Anbetracht dieser Fakten unseren Patient*innen gemäß den Empfehlungen der DGRh ausdrücklich zu dieser Impfung.
Es wird von der STIKO zudem empfohlen, dass alle Kontaktpersonen von Patient*innen mit ERE vollständig geimpft sind, was auch andere Impfung z.B. gegen Influenza beinhaltet.
Generell können altersangepasst (s.o.) alle zugelassenen COVID-19-Impfstoffe auch für unsere Patientengruppe als sicher und wirksam gelten. Gemäß Empfehlungen der DGRH sollten Patient*innen mit Antiphospholipidsyndrom oder Immunthrombopenie eher mit einen mRNA-Impfstoff geimpft werden.

Vereinzelt sind nach Impfung mit Comirnaty, Spikevax, Vaxzevria und JCOVDEN (vormals COVID-19 Vaccine Janssen) schwerwiegende allergische Unverträglichkeitsreaktionen aufgetreten. Nach der derzeitigen Datenlage ist ein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen bei Personen mit vorbekannten allergischen Erkrankungen bei Impfung mit mRNA-Impfstoffen nicht anzunehmen, sofern keine Allergie gegen einen Inhaltsstoff des jeweiligen Impfstoffs vorliegt (z.B. Polyethylenglykol im Falle der COVID-19-mRNA-Impfstoffe). Zur weiteren Information wird auf die Empfehlung zur Coronaimpfung für Allergikerinnen und Allergiker des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und das Flussdiagramm zum Vorgehen bei positiver Allergieanamnese vor COVID-19-Impfung verwiesen. Im Falle einer allergischen Reaktion auf Comirnaty kann auch Nuvaxovid eine Alternative darstellen.
Nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen sind in seltenen Fällen Myo-/Perikarditiden (Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen) aufgetreten. Betroffen waren bisher überwiegend Jungen sowie junge Männer. Die Komplikationen traten größtenteils in den ersten 14 Tagen nach der 2. Impfstoffdosis auf. Die akuten Erkrankungen verliefen meist mild. Treten nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff Atemnot, Herzrhythmusstörungen oder Brustschmerzen auf, sollen die Betroffenen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Tritt nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myo- oder Perikarditis auf, sollte in der Regel auf die Verabreichung weiterer Impfstoffdosen eines mRNA-Impfstoffs verzichtet werden.

Zyklusstörungen im Nachgang zu einer COVID-19-Impfung wurden international beobachtet und werden derzeit weiter erforscht. Solche Veränderungen des Zyklus sind auch bei anderen Impfungen oder durch Infektion bekannt und werden auf die Aktivierung des Immunsystems.
zurückgeführt. Ein direkter kausaler Zusammenhang zur COVID-19-Impfung ist nicht bekannt. Diese beobachteten Störungen des Zyklus sind vorrübergehend und nicht mit Unfruchtbarkeit verbunden.
In den umfangreichen nicht-klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gab es keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit nach COVID-19-Impfung. In der Zulassungsstudie von z.B. Comirnaty wurden 12 Frauen in der Gruppe mit COVID-19-Impfung und 11 Frauen in der Gruppe mit Placebo-Impfung (ohne mRNA) innerhalb des Nachbeobachtungszeitrums von 2 Monaten schwanger – es konnte somit zwischen den beiden Gruppen kein Unterschied bezüglich der Zahl der eingetretenen Schwangerschaften beobachtet werden.

Welche medizinischen Gründe (Kontraindikationen) sprechen gegen die Impfung?

Es gibt nur sehr wenige Kontraindikationen, warum eine Person sich dauerhaft oder vorübergehend nicht gegen COVID-19 impfen lassen kann.

Zu den Gründen zählen u.a. NICHT rheumatologische Erkrankungen, Krebserkrankungen, neurologische Erkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose, Allergien (die nicht spezifisch gegen Bestandteile der Impfung bestehen), Behandlung mit Kortison oder die Einnahme von Gerinnungsmedikamenten. Auch in diesen Fällen ist eine COVID-19-Impfung MÖGLICH!

Was sollte man als Rheumapatient*in im Fall einer COVID-19-Infektion bzw. im Falle eines positiven PCR-Testes tun?

Bei mittels PCR positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Patient*innen ohne Infektionszeichen (auch nach Kontakt zu SARS-CoV-2 positiven Personen) sollte ein Pausieren bzw. Hinauszögern einer Biologika-Gabe bzw. der Einnahme eines JAK-Hemmers (Präparate Xeljanz, Olumiant, Rinvoq und Jyseleca) für die Dauer der mittleren Inkubationszeit einer SARS-CoV-2-Infektion (z.B. 5 – 6 Tage) erwogen werden. Prinzipiell sollten andere Basistherapeutika inklusive Prednisolon bei fehlenden Infektionszeichen nicht abgesetzt werden.
Bei Patient*innen mit gesicherter, aktiver COVID-19 sollte die Basistherapie pausiert und Leflunomid eventuell sogar ausgewaschen werden. Eine für die Behandlung der rheumatologischen Erkrankung eingesetzte Prednisolon-Dauertherapie ≤ 10 mg/d sollte in gleicher Dosis fortgesetzt werden.
In jedem Fall sollte eine Pause der Medikamente mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin besprochen werden (siehe auch die Handlungsempfehlung der DGRh).

Medikamentöse Maßnahmen im Fall einer COVID-19-Infektion bei Rheumapatient*innen

Für Patient*innen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19 aufgrund einer schweren Immundefizienz bestehen inzwischen Therapieoptionen im Falle einer COVID-19-Infektion oder als Prophylxae selbiger. Es ist hierbei ausdrücklich anzumerken, dass Patient*innen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen im Allgemeinen NICHT zur Gruppe der schwer immundefizienter Personen zählen (weitere Ausführungen s.o.).

Eine antivirale Therapie kann in diesen Sonderfällen einer schweren Immundefizienz in der Frühphase einer nachgewiesenen, symptomatischen SARS-CoV-2-Infektion erwogen werden und sollte innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn begonnen werden. Eine Therapieoption ist das antivirale Medikament Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid®), welches die Vermehrung des Virus hemmt. Möglich sind hierbei Nebenwirkungen (z.B. Geschmacksstörungen, Erbrechen, Übelkeit, Durchfälle und Kopfschmerzen) sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (z.B. Amiodaron, Flecainid, Simvastatin, Lovastatin, Clopidogrel, Gerinnungshemmer wie Rivaroxaban, Endoxaban, Apixaban und Dabigatran, Bosentan, Sildenafil, Colchicin, Piroxicam, Phenytoin, Carbamazepin, Diazepam, Quetiapin, Clozapin und Johanneskraut). Paxlovid® ist zudem bei einer Einschränkung der Nierenfunktion kontraindiziert.

Zudem ist zu Beginn einer COVID-19-Infektion (innerhalb der ersten 5-7 Tage nach Symptombeginn bzw. innerhalb von 5-7 Tagen nach vermutetem Infektionszeitpunkt) bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf ohne Sauerstoff-Pflichtigkeit eine sogenannte passive Immunisierung durch Gabe eines neutralisierenden monoklonalen Antikörpers Sotrovimab (Xevudy®) gegen das Spike-Protein möglich. Eine Impfung stellt im Gegensatz eine aktive Immunisierung dar, da das Immunsystem aktiviert wird. Zu beachten ist jedoch, dass die Mehrzahl der Präparate, welche eine gute Wirksamkeit bei früheren SARS-CoV-2-Varianten zeigten, gemäß in vitro-Analysen die Omikron-Varianten nicht in gleichem Maße neutralisieren. Der monoklonale Antikörper Xevudy® ist in vitro auch die Omikron-Variante BA.1, jedoch bei BA.2 und BA.4, BA.5 deutlich reduziert.

Insgesamt werden Paxlovid® und Xevudy® aufgrund des Nebenwirkungs- und Interaktionspotentiales sowie der Erfahrung, dass die meisten Patient*innen mit entzündlich-rheumatische Erkrankungen alleinig aufgrund dieser Erkrankung nicht häufiger und schwerer an COVID-19 erkranken als die altersgleiche Allgemeinbevölkerung mit Zurückhaltung eingesetzt. Eine Indikation besteht sicherlich nur für einzelne Hochrisikopatienten und muss und sollte nicht standardmäßig bei allen Patient*innen mit einer SARS-CoV2-Infektion und Rheuma eingesetzt werden.

Für bestimmte Personengruppen kann zusätzlich zur Impfung eine medikamentöse Präventionsmaßnahme (sogenannte SARS-CoV-2-Präexpositionsprophylaxe / PrEP) in Form des Kombinationspräparates Evusheld®, bestehend aus den SARS-CoV-2-neutralisierenden monoklonalen Antikörper Tixagevimab und Cilgavimab erwogen werden.
Zu dieser Personengruppe zählen:

Personen mit starker Immunschwäche, bei denen das Ausbleiben einer schützenden Immunantwort auch nach mehreren Impfstoffdosen zu erwarten ist

Personen mit nachgewiesener fehlender Bildung erregerspezifischer Antikörper im Blut (Serokonversion) nach der Schutzimpfung und einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf

Personen, bei denen Impfungen gegen COVID-19 mit keinem der aktuell zugelassenen Impfstoffe aufgrund von Kontraindikationen durchgeführt werden können und gleichzeitig Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19

Die Präexpositionsprophylaxe ist kein Ersatz für die Impfung, sondern für eine fehlende Impfantwort aufgrund von Immundefekten oder einer schweren immunsuppressiven Therapie. Eine Gabe bei Schwangeren und Stillenden wird auf Grund mangelnder Daten nicht empfohlen.

Evusheld® wird in einer Dosierung von 300 mg/300 mg (Achtung! formell off-label, da Dosierungsempfehlung gemäß bisheriger Zulassung 150mg/150mg) als intramuskuläre Injektion verabreicht.
Die STIKO sieht keine Sicherheitsbedenken, wenn Evusheld®versehentlich nach einer erfolgten SARS-CoV-2-Exposition verabreicht wurde (was als sog. Post-Expositionsprophylaxe zu werten ist). Die Empfehlungen gelten auch, wenn in der Vergangenheit eine Infektion bereits durchgemacht wurde. Bei (weiterhin) bestehender Indikation und Wirksamkeit wird eine Wiederholung der PrEP mit Evusheld® nach ca. 6 Monaten empfohlen.

Die klinische Wirksamkeit von Evusheld® wurde in der PROVENT-Studie untersucht. Das mediane Alter der 5197 Studienteilnehmer betrug 57 Jahre; 24 % waren 65 Jahre oder älter, 4 % waren 75 Jahre oder älter. 78% der Teilnehmer hatten Begleiterkrankungen oder Merkmale mit erhöhtem Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung: Fettleibigkeit (42 %), Diabetes (14 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (8 %), Krebs, inkl. Krebs in der Vorgeschichte (7 %), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (5 %), chronische Nierenerkrankung (5 %), chronische Lebererkrankung (5 %), Therapie mit Immunsuppressiva (3 %) und immunsuppressive Erkrankung (< 1 %).

Unter den Teilnehmern, die Evusheld® erhielten, gab es keine schweren/kritischen COVID-19-Ereignisse (Pneumonie mit Luftnot, Sauerstoffmangel bei Raumluft und/oder schwere Atemnot). Die relative Risikoreduktion einer symptomatischen COVID-19- Erkrankung betrug 83 %. Bei Teilnehmern, die Evusheld® erhielten, gab es keine schweren/kritischen COVID-19-Ereignisse im Vergleich zu fünf Ereignissen bei Teilnehmern, die Placebo erhielten.

Die häufigsten Nebenwirkungen unter Evusheld® sind allergische Reaktionen und Hautreaktionen an der Einstichstelle. In der PROVENT-Studie traten bei den Teilnehmern im Evusheld®-Arm mehr schwerwiegende kardiovaskuläre unerwünschte Ereignisse auf im Vergleich zu denen im Placebo-Arm (0,7 % versus 0,3 %), insbesondere koronare Ereignisse (z. B. Herzinfarkt). Ein geringeres Ungleichgewicht wurde bei thromboembolischen Ereignissen (0,8 % gegenüber 0,6 %) beobachtet, insbesondere bei Lungenembolien. Die Mehrheit der Studienteilnehmer hatte kardiovaskuläre Risikofaktoren und/oder kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte, die das Auftreten solcher Ereignisse erklären könnten. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Evusheld® und diesen Ereignissen wurde nicht festgestellt. Die Risiken und der Nutzen sollten vor Beginn der Behandlung mit Evusheld® bei Personen mit hohem Risiko für kardiovaskuläre oder thromboembolische Ereignisse abgewogen werden.

Antivirale Resistenz gegenüber Evusheld®

Die klinischen Studien mit Evusheld® wurden durchgeführt, als Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Varianten dominierend waren. Die Wirksamkeit gegen einige zirkulierende SARS-CoV-2-Varianten ist ungewiss. In Laborversuchen behielt Evusheld® die vollständige bis fast vollständige Neutralisationsaktivität gegen den SARS-CoV-2-Variantenstamm Omikron BA.2. Bei der Omikron-Variante BA.1 ist sie aber wohl deutlich und bei den Omikronvarianten BA.4 und BA.5 mäßig reduziert. Auch die Schutzdauer (die bei empfindlichen Varianten auf mindestens 6 Monate geschätzt wird, ist unklar.

Auch die Gabe von Evusheld® ist keine Standardmaßnahme für alle Patient*innen mit entzündlich-rheumatische Erkrankungen, sondern nur bei einer kleinen Gruppe von Patienten mit schwerer Immunsuppression (s.o.) indiziert.

Hat eine Impfung einen Einfluss auf das Ergebnis eines COVID-19-Antigentestes oder einer COVID-19-PCR?

Die COVID-19-Impfung mit mRNA- sowie Vektor-Impfstoffen wird intramuskulär in den Oberarmmuskel injiziert. Nach der Impfung wird in Immunzellen und anderen Körperzellen das virale Spike-Protein (S-Protein) gebildet, gegen welches dann eine Immunantwort ausgelöst wird. Diese führt zur Bildung von virusneutralisierenden Antikörpern sowie zu einer T-Zell-Antwort. Das S-Protein wurde für die Impfstoffentwicklung ausgewählt, da es stark immunogen ist.
Fast alle in Deutschland eingesetzten Antigentests („Corona Schnelltest /Selbstest“) basieren auf dem Nachweis eines anderen Proteins, dem Nucleocapsid-Protein (N-Protein). Da Antigentests also ein anderes Virusprotein nachweisen als das bei der mRNA- oder Vektor-Impfung gebildete, ist ein Einfluss einer Impfung auf das Antigentestergebnis nicht gegeben. Die Angabe, ob es sich um einen S-Protein- oder N-Proteinbasierten Test handelt, findet sich in der Regel in der beigelegten Produktinformation.
Der Antigentest wird als Nasen- bzw. Rachenabstrich durchgeführt. Selbst wenn es sich um einen S-Proteinbasierten Test handelt, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass vor der Antikörperbildung eine ausreichende Menge an Protein in der Schleimhaut des Nasen-Rachenraums durch den Antigentest erfasst werden kann.

Die PCR-Verfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2 mRNA beruhen üblicherweise auf dem Nachweis von zwei verschiedenen Virusgenen. Eine Interferenz mit einer durchgeführten COVID-19-Impfung ist bei Verwendung dieser PCR-Tests ausgeschlossen.

Kombination der COVID-19-Impfung mit anderen Impfungen?

Zwischen mRNA- oder Vektor-basierten COVID-19-Impfungen und der Verabreichung anderer Totimpfstoffe wie z.B. der Grippe-Impfung oder der Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) muss kein Impfabstand eingehalten werden. Sie können auch zeitgleich gegeben werden. Zu Impfungen mit Lebendimpfstoffen soll hingegen ein Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach jeder COVID-19-Impfung eingehalten werden. Wenn die Gabe von verschiedenen Totimpfstoffen indiziert ist, können diese zeitgleich (an unterschiedlichen Extremitäten) gegeben werden. Bei einer gleichzeitigen Gabe von 2 Impfstoffen ist zu beachten, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen denen bei jeweils alleiniger Anwendung.

Auch Nuvaxovid kann gleichzeitig mit einem Influenza-Totimpfstoff verabreicht werden. Für die Gabe von anderen Totimpfstoffen sowie Lebendimpfstoffen ist ein Abstand von mindestens 14 Tagen vor und nach der Impfung mit Nuvaxovid einzuhalten.

Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?

Die vorhandenen Daten belegen, dass die in Deutschland zur Anwendung kommenden COVID-19-Impfstoffe SARS-CoV-2-Infektionen in einem erheblichen Maße verhindern. Darüber hinaus ist die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion haben, kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2-Infektion. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach entsprechender Exposition trotz Impfung mit oder ohne nachfolgende Krankheitssymptome infiziert werden können, dabei SARS-CoV-2 ausscheiden und entsprechend infektiös sein können. Daher empfiehlt die STIKO auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten.
Über die Übertragung von Omikron bei Geimpften gibt es bisher keine ausreichenden Daten. Sie scheint weiterhin reduziert zu sein, wobei das Ausmaß der Reduktion nicht vollständig geklärt ist. Haushaltsstudien (erhoben zu einem Zeitpunkt mit Vorherrschen der Omikron-Variante) aus Norwegen und Dänemark zeigen, dass eine Impfung die Übertragbarkeit um ca. 6-21% nach Grundimmunisierung und nach Auffrischimpfung um weitere 5-20% reduziert.


Wichtige Telefonnummern

  • 116117: Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung. Patienten können sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche an diese Telefonnummer wenden. Es erfolgt eine Beratung sowie eine weitere Vermittlung bei bestehendem Infektionsverdacht.
  • 040 428284000: eine extra eingerichtete Corona-Hotline der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV)

 

Hilfreiche Informationen finden Sie unter anderem unter den folgenden Links

 

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